Mein Hund kommt nicht – warum der Rückruf oft gar kein Rückrufproblem ist
Es gehört zu den Situationen, die Hundebesitzer am meisten belasten: Die Leine ist ab und der Hund läuft los. Man ruft seinen Namen. Einmal. Zweimal. Lauter. Doch der Hund entscheidet sich für etwas anderes…
Den Hasen.
Den anderen Hund.
Die interessante Spur im Gras.
Oder einfach dafür, sein eigenes Ding zu machen.
Viele Menschen glauben in diesem Moment, ihr Hund habe „keinen Rückruf“. In Wirklichkeit ist das aber häufig nur die sichtbare Folge eines ganz anderen Problems.
Ein Hund kommt nicht zurück, weil er keinen Grund dazu sieht
Hunde treffen Entscheidungen und wägen ständig ab, was sich gerade lohnt und was für sie wichtig ist.
Wenn der Rückruf nur dann stattfindet, wenn der Spaziergang endet, die Leine wieder angelegt wird oder der Spaß vorbei ist, lernt der Hund schnell, dass „Hier!“ eigentlich etwas Unangenehmes ankündigt.
Hinzu kommt, dass viele Hunde ihren Menschen draußen gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Sie sind mit ihrer Umwelt beschäftigt, treffen eigene Entscheidungen und übernehmen die Führung des Spaziergangs.
Der Rückruf scheitert dann nicht am Kommando, sondern an der Beziehung!
Lauter rufen hilft selten
Viele Hundebesitzer beginnen nun, neue Kommandos einzuführen oder sich Videos im Internet anzusehen. Oder sie kaufen Pfeifen und probieren besondere Leckerlis. Manchmal funktioniert das auch kurzfristig.
Im Alltag jedoch zeigt sich schnell, dass der Hund immer dann wieder „taub“ wird, wenn etwas Spannenderes auftaucht.
Der Rückruf ist kein Zauberwort. Er funktioniert nur dann zuverlässig, wenn der Hund gelernt hat, sich am Menschen zu orientieren.
Vertrauen statt Bestechung
Natürlich dürfen Belohnungen eingesetzt werden, sie ersetzen jedoch keine Führung.
Ein Hund folgt seinem Menschen nicht dauerhaft wegen eines Stückchens Käse, sondern weil Orientierung Sicherheit schafft.
Genau deshalb beginnt gutes Rückruftraining nicht mit dem Wort „Hier“, sondern viel früher:
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Wie verlaufen gemeinsame Spaziergänge?
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Achtet der Hund freiwillig auf seinen Menschen?
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Wer trifft Entscheidungen?
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Wie wird kommuniziert?
- Welche Signale sendet der Mensch – oft unbewusst?
Erst wenn diese Grundlagen stimmen, entwickelt sich ein zuverlässiger Rückruf.
Jeder Hund ist anders
Der junge Jagdhund hat andere Motive als der unsichere Tierschutzhund, und der selbstbewusste Rüde braucht etwas anderes als die sensible Hündin…
Deshalb hilft keine Anleitung aus dem Internet, die für jeden Hund gleichermaßen funktioniert.
Die Ursache muss erkannt werden, und genau dort setzt gutes Training an.
Wenn Ihr Hund nicht zurückkommt, sollte nicht nur der Rückruf trainiert werden
Oft steckt hinter dem fehlenden Rückruf deutlich mehr:
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mangelnde Orientierung am Menschen
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fehlende Leinenführigkeit
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zu hohe Eigenständigkeit
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Jagdverhalten
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Unsicherheit
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Stress oder Überforderung
- Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund
Wer ausschließlich das Kommando trainiert, behandelt meist nur das Symptom.
Individuelles Training statt Hundeschule
Wenn Dein Hund nicht zuverlässig zurückkommt und Du Dir wieder entspannte Spaziergänge wünschen, ist ein individuelles Einzeltraining oft wesentlich sinnvoller als eine große Gruppenstunde.
Im Rudelmensch Intensiv-Einzelworkshop mit Josef Kerscher wird nicht nur am Rückruf gearbeitet. Gemeinsam wird analysiert, warum Dein Hund Entscheidungen gegen Dich trifft und wie Du (wieder) zu einem verlässlichen Orientierungspunkt für Deinen Hund wirst.
Das Training findet praxisnah in Alltagssituationen statt und richtet sich nach Dir und Deinem Hund, eurer Beziehung und genau den Problemen, die Ihr täglich erlebt.
Denn ein zuverlässiger Rückruf beginnt nicht mit einem Kommando.
Er beginnt mit einer Beziehung, in der Dein Hund gerne zu Dir zurückkommt.
